Für Anwara Kleine ist Kochen nicht Pflicht, sondern Freude. „Bei uns in Kenia wird jedes Essen mit Liebe zubereitet. Es ist ein Stück Lebenskultur“, erzählt die 35-Jährige.
In ihrem Mann Andreas (40) hat Anwara einen Seelenverwandten getroffen. Den Messeorganisator mit eigener Firma lernte sie auf einer Produktschau kennen und beim Kochen in seiner Junggesellenküche lieben. Er verwöhnte sie mit ungarischem Gulasch und italienischer Pasta, seinen Spezialitäten.

Bertram Dörr kennt sich mit diesen typisch männlichen und weiblichen „Gefechten” aus. Er ist Geschäftsführer der Firma Küchen-Dörr in Stadtallendorf, einem idyllischen Ort zwischen Frankfurt am Main und Kassel. Für ihn ist der „Kunde das Maß aller Dinge“. Als Mitglied des Küchenverbundes DER KREIS fühlt er sich dem Credo verpflichtet, nicht nur Küchenmöbel an den Mann zu bringen, sondern Bedürfnisse zu erfüllen. Wer zu ihm kommt, den fragt er erst mal aus. Wer welche Tätigkeiten in der Küche verrichtet. Wie oft. Welche Technik auf der Wunschliste steht. Welche Stilistik favorisiert wird. Klar weiß der Profi Dörr, wie edle, zweckmäßige Küchen aussehen. Aber es soll ja nicht seine Küche werden, schließlich soll sich keiner fühlen, als sei er zu Besuch in seiner eigenen Küche.
Die klare Ansage des Hausherren: „Keine größeren Umbauten, keine neuen Fliesen, keine neuen Elektroleitungen, den Raum akzeptieren, wie er ist, und das Beste daraus machen – und das möglichst preisgünstig.” Anwara Kleine wünschte sich ihren Lieblingsraum nicht nur praktisch, mit ausreichend Platz für alle Tiegel, Töpfe und Pfannen, er sollte auch schön werden, was ganz billig nicht zu haben ist.
Wer verbuchte den Punktsieg? „Eigentlich Anwara“, sagt Andreas Kleine schmunzelnd.
Die neue Küche mit ihren hellen, vanillefarbenen, bis unter die Decke reichenden Lackmöbeln wirkt jetzt größer und bietet mit
breiten Schüben unter dem Herd und den vielen Unter- und Oberschränken genug Stauraum für alle Utensilien. Besonders mögen sie den Apothekerschrank, in dem die Vorräte untergebracht sind. Vorher mussten die beiden immer in den Keller steigen, wenn sie etwas brauchten. Und die Arbeitsfläche reicht jetzt von einem Ende der Küche bis zum anderen, sodass sie sich wunderbar ausbreiten können.
Mit seinem Entwurf ist Bertram Dörr trotz schwieriger Platzverhältnisse eine Küche gelungen, die der Kleineschen Kochleidenschaft allen Raum bietet.